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Nordsee 2006

Reiseberichte > Deutschland








Nordseetour 2006

Greetsiel: Bei Temperaturen um 30 Grad und nach Beginn der Sommerferien erwarteten wir Hochbetrieb an der ostfriesischen Nordseküste mit überfüllen Stellplätzen. In Greetsiel wurden wir gleich positiv überrascht. Auf dem für 50 Wohnmobile ausgelegten Teil eines Großparkplatzes am Ortsrand tummelten sich nur wenige Mobile. So konnten wir uns ein schönes Plätzchen am schattigen mit Bäumen und hohen Sträuchern gesäumten Platzrand suchen. Das gesamte Areal ist eben mit Schotter angeschüttet und teilweise mit Rasenflächen bedeckt. In direkter Nachbarschaft zum Stellplatz stehen die zwei berühmten Zwillingswindmühlen. Passiert man diese und geht oder fährt ein Stück die Straße hinauf, gelangt man nach wenigen Minuten in das Zentrum des kleinen Hafenörtchens Greetsiel. Hier reihen sich um den Hafenbereich diverse Gaststätten und kleine Andenkenlädchen. Durch die alten gut restaurierten Häuser und das Kopfsteinpflaster wird der Hafen zu einer echten Sehenswürdigkeit. Die Bäume, die einen kleinen Kanal säumen, laden dazu ein, in ihrem Schatten Rast zu machen und ein Eis aus der kleinen dänischen Eisdiele zu genießen. Auf der Suche nach dem Meer bleibt man in Greetsiel allerdings zunächst erfolglos. Die Schiffe gelangen durch einen langen Kanal an die Schleuse zum Meer. Mit dem Fahrrad haben wir uns auf den Weg zum Meer gemacht und mussten einige Kilometer radeln, bis wir über die Dünenlandschaft zu einer Stelle gelangten, an der eigentlich das Wasser sein sollte - Ebbe!!! An die Gezeitenwerden wir uns wohl erst noch gewöhnen müssen.....

Norddeich / Norderney:
Der kleine Teil von Norden, der an der Küste gelegen ist, erwartete uns mit einem riesigen gepflegten Stellplatz und einem ungewöhnlichen Service für Wohnmobilisten. Der auf ebenem Schottergrund angelegte Stellplatz gliedert sich in zwei Hälften. Davon bietet die eine Hälfte Stromversorgung an. Als Wohnmobilfahrer erhält man an der nahe gelegenen Information im Tausch gegen das Parkticket eine Servicekarte, mit der man verschiedene Vergünstigungen in Norddeichs Einrichtungen erhält. Der Stellplatz liegt ziemch zentral und man erreicht den Strand und den Hafen in wenigen Minuten zu Fuß oder noch schneller per Fahrrad. Da auch Norddeichs Küste vom Wattenmeer beherrscht wird, empfiehlt es sich, für eine Erfrischung das Meerwasserfreibad am Strand aufzusuchen. In der Seehundstation kann man kleine Heuler und Seehunde beobachten. Am Hafen befindet sich ein weiterer Stellplatz, der allerdings weniger komfortabel ist.

Von Norddeich aus gelangt man mit der Fähre in 50 Minuten zu den Inseln Norderney und Juist. Während der gemütlichen Überfahrt passiert man Sandbänke und wenn man mehr Glück hat als wir, kann man dort auch schon mal sich sonnende Seehunde erblicken. Auf Norderney findet man dann endlich, was man schon lange gesucht hat: Das Meer in greifbarer Nähe! Die Insel bietet sich für eine Fahrrad-Rundtour an. Die Umrundung dauert etwa ein bis zwei Stunden.

Bensersiel: Entlang der "grünen Küstenstraße" ging unsere Fahrt durch Ostfriesland weiter. Nächste Station war Bensersiel. Dort fanden wir auf dem Campingplatz am Strand einen zentralen Stellplatz. Von hier gelangten wir direkt ins Wellenfreibad, an den Strand, zum Minigolfplatz, zum riesigen Abenteuerspielplatz für große und ganz kleine Kinder, zum Hafen und innerhalb von 3 Minuten zu Fuß ins Zentrum Bensersiels mit Geschäften und Restaurants. Von Bensersiel aus starteten wir eine Fahrradtour in das 7km entfernte Dornumersiel (leckere frische Fischbrötchen im Hafen Accumersiel!). Auf dem Weg befindet sich eine Drachenwiese, auf der das Drachen Steigen erlaubt ist. Ansonsten ist dies an der Küste vor Bensersiel und Umgebung verboten.

Neuharlingersiel /Spiekeroog: Das Wattenmeer enthielt uns bisher die meiste Zeit das Wasser vor. Also beschlossen wir die nächste Inselexkursion zu unternehmen, um dort in den Genuss von Strand und kühlen Wellen als Erfrischung an einem heißen Sommertag zu kommen. Also steuerten wir nach Neuharlingersiel, dem Heimathafen für die Fähren nach Spiekeroog.

Der sehenswerte Fischerhafen, der auch eine große Krabbenkutterflotte beherbergt, wird durch kleine alte Backsteingebäude eingerahmt. Neben dem Hafenbecken bietet ein Großraumparkplatz auf Schotter und Wiese die Möglichkeit das Mobil tagsüber abzustellen und von dort aus per Fahrrad oder Fähre die Umgebung zu erkunden.

In 45 min brachte uns die Fähre auf die Insel und unsere Erwartungen wurden fast übertroffen. Die Ruhe und die einzigartige Dünenlandschaft machen Spiekeroog wirklich zu einem Erlebnis. Da konnte uns auch der prompt nach unserer Ankunft einsetzende Regen den Tag nicht verderben. Nachdem sich die dunklen Wolken verzogen hatten, konnten wir doch noch einen ausgiebigen Spaziergang durch Dünen und ewig langen Sandstrand unternehmen. Es lohnt sich in jedem Fall einen ganzen Tag auf Spiekeroog zu verbringen und mir der ersten Fähre hin und der letzten zurück zu fahren.

Horumersiel: Nachdem wir um 21 Uhr mit der letzten Fähre von Spiekeroog zurückgekehrt waren, brauchten wir für die Nacht noch einen nahe gelegenen Stellplatz. Der Stellplatzatlas führte uns nach Horumersiel-Schillig, wo wir vor einem Campingplatz einen großen Stellplatz aufsuchen wollten. Zu unserem Glück verpassten wir die Abfahrt nach Schillig und landeten am Hafen von Horumersiel, wo ein einladendes Wohnmobilschild uns willkommen hieß. Hier konnten wir direkt zwischen dem kleinen Hafenbecken und der Hafenmauer am Rande eines Vogelschutzgebietes stehen. Sogar ein Stromanschluss direkt am Platz war vorhanden. Nach einiger Zeit kam der wirklich sehr nette und zu Scherzen aufgelegte Hafenmeister zum Kassieren. Der Service vor Ort lässt sich sehen: Im Preis waren Strom, Duschen, Ver- und Entsorgung, Kurtaxe,Strand- und Freibadeintritt sowie Thermennutzung inbegriffen. Der Hafenmeister nahm zudem Brötchenbestellungen für den nächsten Morgen auf und lieferte diese persönlich pünktlich um 9 Uhr aus. "Friesenjungs" sind sehr zu empfehlen!

Der Ort Horumersiel selbst ist nicht sehr spektakulär. Kleine typisch friesische Backsteinhäuser, ein paar Lokale und Andenkenläden liegen etwa 500m vom Hafen entfernt. Es gibt ein Frei- und ein Thermenbad und man kann ewig weit Fahrrad fahren. Zum Beispiel zur Drachenwiese von Schillig, um bei günstigen Windbedingungen den Drachen tanzen zu lassen. Diese liegt übrigens an dem im Stellplatzatlas empfohlenen Platz.





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